Ballen und Spreizen

»Bevor Du nicht in den Mokassins eines anderen gelaufen bist,

weißt Du nicht, wer er wirklich ist.«    Indianische Weisheit

 

Die Aura kann sich nur auf zwei Arten bewegen, nämlich im »Ausdehnen und Zusammenziehen«. Unter diesen beiden Kategorien lassen sich eine Fülle weiterer Bewegungspaare, bzw. Aura-Grundphänomene finden wie klein-groß, dunkel-hell, schwer-leicht, grell-dumpf usw.  Eine der Basis-Eurythmie-Übungen ist »BALLEN UND SPREIZEN«. Mit ihrer Hilfe kann man sich hervorragend eine differenzierte  Wahrnehmung dieser Grundphänomene erarbeiten.  (Es gibt an vielen Orten Menschen, die Eurythmie-Unterricht anbieten.)

 

Aber auch ohne diese Eurythmie-Übung ist es möglich, selbst ein Gefühl für das Ausdehnen und Zusammenziehen der Aura zu bekommen, nämlich anhand von Licht und Schatten. Verstärke ganz einfach wie das kleine Mädchen Deine Ausdruckskraft.  Beginne z. B. allein im Wald auf einem Spaziergang mit der Übung »Licht und Schatten« hierunter, um das Prinzip des hier Gemeinten selbst zu erleben.   Dann gehe ins Museum in eine klassische Plastiken Sammlung wie in München, Kassel oder Berlin …

 

 

Erlebnis-Anordnung:

Ballen und Spreizen mit Licht und Schatten 

Trete an einem sonnigen Tag abwechselnd in Licht und Schatten.    

 

Beim Treten ins Licht richte Dich mit ihm zusammen strahlend auf, dann lasse Deine Gestalt vom Schatten beugen.  Lass Dich von Licht und Schatten selbst anleiten, sie sind Deine Lehrer. Nimm nun auch Deine Arme hinzu, falls Du es noch nicht von selbst getan haben solltest.

 

Im nächsten Schritt erlebe innerlich mitschwingend die Helligkeit im Verhältnis zum Schatten und beobachte mitdenkend: es wird heller, schneller, leichter, weiter und in der Folge im Bewusstsein höher, klarer, weiter …

 

Trittst Du aus dem Licht in den Schatten, so erlebe innerlich mitschwingend die abklingende Helligkeit, bzw. die aufkommende Dunkelheit und beobachte wieder mitdenkend: es wird dunkler, langsamer, schwerer, enger und in der Folge im Bewußtsein niedriger, dumpfer, enger …   

 

So wechsle innerlich mitschwingend im konkreten Wechselspiel von Licht und Schatten ab, bis sich Dir selbst diese Grundbewegungen Deiner Aura im Innern erschließen. Von außen kannst Du nur Anregungen für Deinen Weg bekommen, innerlich erschließen und für wahr halten mußt Du diese Phänomene selbst.  Sehr wichtig bei dem Ganzen ist, daß Du Deine so gewonnenen Erfahrungen nicht mit »Gefällt mir - gefällt mir nicht« beurteilst, sondern sie nur als reine Bewegungen wie das Öffnen und Schließen einer Blüte nimmst. Im »Gefällt mir-Gefällt mir nicht« erfährst Du nämlich nur etwas über Dich (was auch interessant ist) und nichts über die Fülle der Welt. 

 

 

Erlebnis-Anordnung: Ballen und Spreizen in der Natur

An den beiden Stadien der Rhododendronblüte kannst Du Dir verdeutlichen, daß jeder Wachstumsprozeß mit einer ballenden Bewegung beginnt, die sich aus ihrem geballten Keimstadium allmählich herausstreckt und dann auseinander spreizt. Mache mit Deinen Händen die beiden Gesten mit. Links sind die Knospen geschlossen, ineinander geknautscht, die grünen Blätter hängen noch herunter. Rechts ist die Blüte geöffnet, hat ihre Blütenblätter gespreizt; die grünen Blätter haben sich fast in die Waagerechte erhoben.

 

Nachdem Du einige Zeit in dieser Art selbst Erfahrungen in der Natur gesammelt hast, kannst Du nun Dir vielleicht bereits bekannte Aura-Übungen systematisch befragen, indem Du die Paare hierunter der Reihe nach durchgehst.  Ist eine Bewegung schwer oder leicht, hell oder dunkel, grob oder fein usw.?  Hierunter findest Du eine Auflistung von Grundphänomenen der Aura, die sich um Manches erweitern ließe.  Für den Anfang empfehle ich, mit diesen klaren Phänomene zu arbeiten.

 

 

 

Ballen und Spreizen

Zusammenziehen--Ausdehnen

Schwer--Leicht

Unten--Oben

Vorne--Hinten

Rechts--Links

Dunkel--Hell

Runden--Strecken

Langsam--Schnell

Leise--Laut

Warm--Kalt

Vergröbern--Verfeinern

Verdichten--Auflösen

Formen--Chaotisieren

Einstülpen--Ausstülpen

Beruhigen--Anregen 

Erden--Himmeln

usw.

 

 

Beachte: In einer Farbe ist ihre Komplementärfarbe (Gegenfarbe) mit enthalten; zusammen ergeben sie ein neutrales Grau.  So ist auch in den obigen Paaren ihre »Gegenbewegung« immer mit enthalten, d. h. auch die andere Bewegung läßt sich erleben. Die gefundenen Ergebnisse hängen immer vom Gesichtspunkt ab, den Du einnimmst.  Ist Dir dieser selbst am Anfang nicht bewußt, so befrage Dein Ergebnis: unter welchem Gesichtspunkt stimmt es?

 

 

 

Erlebnis-Anordnung: Ballen und Spreizen mit der eigenen Aura

Jedes der vier Wesensglieder der Aura schwingt mit entsprechenden Ebenen in der Welt, nach dem bekannten Prinzip »Gleich und gleich gesellt sich gern«.  Zwei Menschen mit gleichen Interessen ziehen sich gegenseitig an und verstehen sich in ihrer Eigenart. So kann eine bewegliche Aura mit Physischem, Lebendigem, Seelischen und Geistigem mitschwingen, um es aus sich selbst heraus zu verstehen. Dies läßt sich bewußt trainieren, d. h. diese Fähigkeit ist für jeden mit Übung lernbar.

 

Du hast eine Aura mit vier Wesensgliedern und Kunstwerke mit Menschendarstellungen haben erstaunlicherweise auch alle vier.  Um in Aura-Mitschwingung zu kommen, richtest Du Dich vor dem Kunstwerk aus und spürst die Dominanz eines der vier »Leiber« in Dir selbst.  Auch hier findest Du die Gesetzmäßigkeit von Ballen und Spreizen.  Der physische Leib ballt seine Kraft und ist verbunden mit der Schwerkraft, der Äther-Leib dehnt sich aus und ist verbunden mit Auftriebskräften; der Astral-Leib verdichtet sich wieder und erdet die Person, der Ich-Leib weitet und ist verbunden mit den Flügeln des Geistes.  Bei solchen Beschreibungen ist es sehr wichtig, daß Du zunächst in »Schwarz-Weiß« erlebst und denkst, um das Prinzipielle zu verstehen, die Mischformen kommen später.

 

Für das auf dieser Website beschriebene Aura-Training wähle ich nur Kunstbeispiele, und zwar aus zwei Gründen. Erstens, weil es dem Taktgefühl widerspricht, die Aura anderer Menschen zu studieren.  Dies ist meines Erachtens nur in der besonderen Situation der Therapie oder in Ausbildungssituationen »erlaubt«, und das auch nur im Einverständnis mit dem Menschen, gepaart mit Lauterkeit im eigenen Wesen, Respekt und Liebe für den andern.  Alles andere wäre eine Grenzüberschreitung bzw. reine Neugier.  ––  Zweitens, selbst wenn wir lebende Menschen als Beispiele nehmen würden, so wären sie weder genügend eindeutig in einem Wesensglied dominant, noch deutlich genug in ihrem Charakter.  Diese Deutlichkeit finden wir nur in der Bildenden Kunst.  Mit dem weiteren Vorteil, daß sich das Werk überhaupt nicht verändert.  ––  Was sich darüber hinaus gut eignet, sind Theaterstücke und Filme. Auch dort finden wir überzeichnete Charaktere mit eindeutigen Eigenschaften. In Shakespeares der »Der Widerspenstigen Zähmung« z. B. dürfen wir den dramatisch-wunderbaren Entwicklungsweg von den Schattenseiten des Wurzel-Chakra-Charakters hin zu seinen Lichtseiten miterleben.  –  Manchmal schaue ich mir Filme zu diesem Zweck mehrmals an, bis ich heraus gefunden habe, mit welchen Aura- und Chakra-Mitteln ein Charakter diese ganz spezielle Ausstrahlung erlangt. Neben der Bildenden Kunst habe ich auf diesem Wege viele meiner Erkenntnisse erworben.

 

Die von mir verwendete Erlebnis-Anordnung »Ägypter, Griechen, Römer, Kopten« kannst Du in einigen Museen relativ nah beieinander »life« erleben.  Nach meinem Kenntnisstand ist dies in Berlin, München, London, Paris, und New York möglich.  Auf der Karte hierunter ist dies zusammen gefaßt.